Update: Networth und Dividenden 2. Quartal

An den Börsen geht es munter weiter mit der Volatilität. Der auch für mich unerwartete Brexit hat einen heftigen Kursrutsch verursacht. Allerdings ist nach meiner Meinung das letzte Wort in Sachen EU Austritt noch nicht gesprochen. Insbesondere, wenn die Schotten tatsächlich ein zweites Referendum zur Unabhängigkeit und diesmal zum Verbleib in der EU anstreben.

Doch für politische Debatten gibt es andere Blogs, die diese Themen geeigneter aufarbeiten. Hier bei mir geht es ja nur um den langfristigen Vermögensaufbau. Ich hatte mir für die letzten Monate eigentlich vorgenommen meinen Cash-Bestand weiter aufzubauen. Im Rahmen der Korrekturen an den Märkten habe ich einen kleinen Rücksetzer genutzt um eine meiner Goldminen leicht aufzustocken und auch beim Mode-Label Hugo Boss habe ich bei Kursen unter 50EUR nochmal zugeschlagen. Somit hinke ich meinem Ziel ein Cash-Polster von über 10.000EUR aufzubauen doch stärker hinter her als geplant. Ich hoffe, dass durch ein paar außerplanmäßige Einnahmen das Ziel spätestens übernächsten Monat erreicht wird und ich wieder mit gutem Gewissen nachkaufen kann.

Mein Aktien-Depotwert liegt aktuell bei etwa 104.000EUR, das ist im Vergleich zum Vormonat mit 103.000EUR relativ stabil, allerdings sind meinem Portfolio auch knapp 3.000EUR an frischem Kapital zugeflossen. Ich konnte die Ausschläge nach unten also wegen des noch relativ geringen Portfoliowerts durch Neuinvestitionen über kompensieren. Auch der Cashflow aus Dividenden war im Mai und Juni mit 722EUR und 240EUR netto sehr erfreulich. Da die europäischen Dividendenzahler in meinem Depot mittlerweile fast alle ausgeschüttet haben, erwarte ich auf Monatsbasis einen starken Rückgang der Dividenden für den Rest des Jahres.

Von meiner Immobilie gibt es keine Neuigkeiten und das ist auch gut so. No News is Good News! Alles läuft so wie es soll und es gibt noch keine größeren ungeplanten Ausgaben. Die Rücklagen (welche nicht in meine Networth-Betrachtung einfließen) bauen sich Monat für Monat auf, bis ich ein ausreichendes Cashpolster für Instandhaltungsmaßnahmen in der Zukunft, wie neue Elektrik, neues Dach etc. habe. Stehen hier 40.000EUR zu Buche, werde ich die Überschüsse in Sondertilgungen stecken.

Mein gesamt Netto-Vermögen aus Aktien, Cash und Immobilie beläuft sich Stand heute auf 173.958EUR und ist damit seit Anfang Mai um stolze 3.45% gewachsen. Graphisch sieht das Ganze dann so aus:

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Wie haben eure Portfolios den Brexit-Sturm überstanden?

Update: Networth und Dividenden

Das erste Viertel vom Jahr ist rum. Kaum zu glauben! Es waren spannende und ereignisreiche erste vier Monate. Sowohl an der Börse, als auch privat.

An den Börsen ging es runter und rauf – und zum Monatsende wieder ein bisschen runter. Ich habe die Korrektur Anfang des Jahres genutzt und mein Portfolio massiv erweitert. Leider war ich ein paar mal zu früh und ein paar mal zu spät dran. Ich bin einfach schlecht was Markt-Timing angeht, weswegen ich ja eine langfristige Anlagestrategie verfolge.

Die Veränderung meines Immobilienteils ist schön planbar und hat keine Überraschungen. Zum einen, weil ich die Überschüsse aus Miete und Tilgung auf die Seite lege und für meine Net-Worth Betrachtung nicht berücksichtige. Diesen Puffer werde ich kontinuierlich ausbauen und komplett in den Werterhalt der Immobilie investieren. Zum anderen bestimme ich den Verkehrswert der Immobilie nicht neu und gehe konservativ von einem gleichbleibenden Wert aus. In den letzten Wochen habe ich einige der Mieten moderat angepasst, so dass die Rücklage nun schneller anwächst und ich in der Zukunft hoffentlich mehr Spielraum für Sondertilgungen habe. Aktuell liegt die monatliche Tilgung bei etwa 900 EUR. Durch die Logik des Annuitätendarlehens wächst die Tilgung Monat für Monat vertraglich vereinbart an. Insgesamt habe ich nur durch Mieteinnahmen über 2.500 EUR in den ersten vier Monaten getilgt.

Auch mein Aktiendepot hat sich sehr wacker geschlagen, wie ich finde. Meine liquiden Assets (Aktien + Cash) sind im ersten Quartal um 26% von EUR 82.000 auf EUR 103.000 gestiegen. Das liegt sowohl an den erholten Kursen, aber natürlich auch am kontinuierlichen Zufluss von frischem Geld. Leider ist mein Cash-Polster durch aggressive Zukäufe massiv geschrumpft, so dass ich die kommenden Monate nur sehr selektiv neu investieren werde, damit ich mein Ziel von mindestens EUR 10.000 sofort verfügbaren Mitteln wieder schnell erreiche.

Der Cashflow aus Dividendenzahlungen war ebenfalls sehr erfreulich.  Vor Steuern habe ich immerhin EUR 650 und nach Steuern EUR 550 eingenommen.

Mein Networth beläuft sich damit Stand Ende April auf 168.000 EUR. Graphisch sieht das auf Monatsscheibe dann so aus:Folie1

Wie haben sich eure Assets seit Jahresanfang entwickelt?

 

 

Teil 4: Dividenden, Miete und Net-Worth

In den vorigen Artikeln haben wir uns ein paar Grundlegende Gedanken zum Thema Vermögensaufbau und der Herangehensweise gemacht. Jetzt geht es ans eingemachte und ich zeige euch meinen detaillierten Plan für die nächsten Monate und Jahre um das Endziel von 1.000.000 EUR Vermögen zu erreichen.

Doch vorher möchte ich auf das Konzept der finanziellen Freiheit eingehen. Dahinter verbirgt sich das Konzept, dass man für seinen (Früh-) Ruhestand einen stabilen Cash-Flow benötigt um die Lebenshaltungskosten zu decken. Ist der Zeitpunkt erreicht, wo der Cash-Flow aus dem investierten Kapital die aktuellen Lebenshaltungskosten deckt, müsste man theoretisch keiner regulären Arbeit mehr nachgehen. Dieser Zustand wird auch finanzielle Freiheit oder financial freedom genannt. Möchte man von seinem Vermögen leben ohne regelmäßig Teile zu verkaufen, bedeutet das man benötigt Assets, die einen regelmäßigen Cash-Flow abwerfen. Dazu gehören zum einen Immobilien, Anleihen und mit Abstrichen aber auch Aktien (mit Abstrichen weil nicht jede Firma Überschüsse an die Aktionäre ausschüttet). Bei Immobilien heißt der Cash-Flow Miete, bei Anleihen Coupon und bei Aktien eben Dividende. So einfach ist es dann schon. In Teil 3 habe ich beschrieben, dass Aktien und Immobilien das heavy lifting in meinem Portfolio übernehmen sollen – also beides Assetklassen, die in der Lage sind Cash-Flow zu generieren. Beide Anlageklassen haben außerdem unterschiedliche Charakteristika und ergänzen sich meiner Meinung nach sehr schön für eine Diversifizierung.

Aktien spielen für mich die wichtigste Rolle im Vermögensaufbau. Auch hier gibt es viele verschiedene Herangehensweisen wie man investieren kann. Das Ganze nimmt teilweise religiöse Züge an. So gibt es insbesondere Englisch sprachige Blogs, die sich ausschließlich mit der Strategie des sogenannten Dividend Growth Investing beschäftigen. Dahinter verbirgt sich die Idee, dass es viele Firmen gibt, die seit mehreren Jahrzehnten (also über einige Krisen hinweg) an die Aktionäre eine jährlich steigende Dividende auszahlen. Zum einen führt das zu einem wachsenden Cash-Flow und zum anderen verspricht diese Strategie eine geringere Volatilität und mehr Sicherheit. Investitionen in Firmen mit kontinuierlich steigenden Dividenden ist besonders dann attraktiv, wenn man über mehrere Jahre den Zinseszins Effekt für sich arbeiten lässt. Man investiert also in eine Firma, legt die Dividende jedes Jahr aufs Neue an und lässt den Wert über mehrere Jahre im Depot unangetastet liegen. Das hat auch den Vorteil, dass keine Gebühren die Rendite schmälern.

Man wählt Aktien aus und lässt sie liegen – dem gegenüber stehen Investitionen in Wachstumsfirmen und spekulative Firmenkäufe. Man kauft eine Aktie und verkauft sie nach 40% oder sogar 100% Kursgewinn wieder. Hier werden die Werte relativ häufig im Portfolio umgeschichtet. Meistens zahlen die spekulativen Wachstumswerte auch keine Dividende, da entweder keine Überschüsse erwirtschaftet werden oder diese für die Finanzierung des Wachstums benötigt werdenFür mich ergänzen sich beide Herangehensweisen sehr schön. Zum einen hat man eine langfristige Komponente, die zusätzlich stabile Cash-Flows abwirft. Zum anderen hat man die Möglichkeit durch kurzfristig orientiertes Handeln das vorhandene Kapital zu vermehren. Mein persönlicher Fokus liegt hier auf Bio-Tech und High-Tech Firmen. Ziel ist es jedoch nicht mehr als 30% des in Aktien investierten Kapitals in spekulative Werte zu stecken.

Dann gibt es natürlich noch Anleger, die Ihr Kapital in gemanagte Fonds oder Index Fonds (ETF) stecken. Gemanagte Fonds kommen mir nicht ins Haus, da die Managementgebühr auch bei schlechter Performance anfällt und ich nie wieder Ausgabeaufschläge zahlen möchte. ETFs sind da schon interessanter, aber auch hier fallen regelmäßig Kosten an. Wenngleich sich diese meist bei unter 1% pro Jahr bewegen. Ein Portfolio was nicht umgeschichtet wird verursacht dagegen gar keine Kosten. Was mich bei ETFs aber am meisten stört ist die Tatsache, dass mir die Aktien nicht direkt gehören und ich die Auswahl der Firmen nicht direkt steuern kann. Gewissen Firmen möchte ich aus ethischen oder anderen Überlegungen nicht in meinem Portfolio haben.

Kommen wir nun zu meinem aktuellen Vermögen oder Net-Worth. Mein aktuelles Vermögen bestimme durch Addition der Werte der verschiedenen Assetklassen. Grundsätzlich unterscheide ich zwischen liquidem (Aktien, Cash) und illiquidem (Immobilien) Vermögen. Bei Immobilien setze ich den Kaufpreis exklusive der Kaufnebenkosten an. Manche Blog-Kollegen bestimmen (wie auch immer) regelmäßig den aktuellen Marktwert – ich gehe davon aus dass sich Wertsteigerung und Abschreibung etwa die Waage halten. Auch die Instandhaltungsrücklage der Immobilie geht nicht in meine Vermögensbetrachtung ein.

Die Märkte waren zu Beginn des Jahres sehr turbulent. Mein Aktienportfolio hat einiges an Federn lassen müssen, allerdings habe ich relativ aggressiv nachgekauft (nicht immer den billigsten Kurs erwischt – aber wer schafft das schon), so dass ich wieder sehr gut dastehe. Der liquide Teil meines Vermögens beläuft sich auf 97.258 EUR und der Wert meiner Immobilie beträgt 350.000 EUR. Demgegenüber stehen aktuell 291.444 EUR Schulden aus der Immobilienfinanzierung. Die Immobilie ist vermietet und zahlt sich über einen Zeitraum von 15 Jahren mehr oder weniger selbst ab. Ich plane aktuell nicht in absehbarer Zukunft weitere Immobilien zu kaufen, schließe dies aber nicht aus, sollte sich die Möglichkeit ergeben. Somit beläuft sich mein aktuelles Vermögen auf 155.816 EUR.

 

Ich habe das ganze auch graphisch ausgearbeitet. Die farbigen Balken stellen die tatsächlichen Zahlen dar, die grauen die Planzahlen. Man sieht also, dass ich für das Jahr 2016 mein Vermögen von 138.000 EUR auf knapp 190.000 EUR steigern möchte.

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Das Ziel ein Vermögen von 1.000.000 EUR habe ich gemäß meiner Langfristplanung nach etwas mehr als 12 Jahren erreicht.

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So – das sind mein Ziel und meine Reiseroute. Ich freue mich, wenn ihr den Weg mit mir geht und ich in spätestens 12 Jahren Vollzug melden kann…

Was ist euer Net-Worth und eure Detailplanung?

Teil 3: Chance, Risiko – vertan?!

In den Teilen 1 und 2 haben wir diskutiert was unser persönliches Ziel ist und welche Ressourcen uns zur Verfügung stehen dieses Ziel zu erreichen. Nun ist es an der Zeit zu überlegen wie wir dieses Ziel erreichen können. Wir brauchen also einen Plan. Und spätestens jetzt wird es für den Laien so unübersichtlich und unklar, dass die Finanzberater eine Daseinsberechtigung bekommen. Was ist die richtige Anlageklasse? Welche Produkte soll ich kaufen? Wie gut, dass mir meine Hausbank da kompetent weiterhilft. Das Problem ist leider, dass die Hausbank ökonomisch leider keinerlei Anreiz hat den Kunden so zu beraten wie es für ihn am besten wäre. Denn die Bank verdient nicht an einer guten und ehrlichen Beratung, sondern am Verkauf von mehr oder weniger komplexen Finanzprodukten, die den Kunden mit (versteckten) Kosten die Rendite ruinieren. Oft kann man bei der Hausbank auch nur die Bank eigenen Fonds-Produkte kaufen – hier ist die Rendite am höchsten (natürlich für die Bank und nicht den Kunden). Die Bankberater sind sicher keine schlechten Menschen, sie nutzen lediglich eine Informationsasymmetrie aus. Denn die meisten Menschen sind finanziell relativ ungebildet und vertrauen auf den netten Bankberater. Der muss es ja schließlich wissen und außerdem hat er den gleichen Fonds vor einem Monat für seinen Neffen gekauft. Genauso bin ich aus mangelndem Wissen auch in die Falle getappt und habe viel Geld vertändelt.

Die gute Nachricht ist, dass man keinen Doktortitel von Havard braucht um gute Anlageentscheidungen selbst zu treffen. Die Sache ist zum Glück nämlich gar nicht so vertrackt, wie es auf den ersten Blick scheint.

Zuerst schauen wir uns an welche Anlageklassen (auf Neu-Deutsch auch Assetklassen) es gibt, welche Charakteristika diese haben und aus welchen Bestandteilen eine gute Anlagestrategie bestehen könnte. Die aus meiner Sicht wichtigsten Anlageklassen sind:

  • Aktien
  • Renten (festverzinsliche Anlageformen, wie z.B. Anleihen)
  • Immobilien
  • Cash (z.B. Tagesgeld, Sparbuch)
  • Rohstoffe und Commodities (Öl, Gold, Getreide…)
  • (mittlerweile gibt es auch die Möglichkeit P2P Kredite zu vergeben oder direkt in Start-Ups zu investieren. Auf diese Anlageformen gehe ich vielleicht in der Zukunft in einem separaten Artikel ein. Sie sind hochspekulativ und meiner Meinung nach nur für extrem Risiko bereite Anleger geeignet.)

Jede Assetklasse hat ihre Besonderheiten und ihr spezifisches Risikoprofil. Und je nachdem in welcher Phase eines Wirtschaftszyklus wir uns befinden, läuft die eine oder die andere Assetklasse besser. Welche das in der nahen Zukunft ist, lässt sich leider nicht verlässlich voraussagen.

Aktien sind sehr volatil, versprechen aber auf lange Sicht die attraktivste Rendite. Über einen Zeitraum von 10-15 Jahren konnte man in der Vergangenheit eine jährliche Rendite von 7-9% erreichen (abhängig vom jeweiligen Index und Einstiegszeitpunkt). Sicher, es gibt immer wieder Börsencrashs, die in den Medien breit getreten werden und viele Privatanleger verunsichern. Aber Fakt ist, dass in den westlichen Industrienationen der Aktienmarkt über einen langen Zeitraum immer Gewinne abgeworfen hat. Eine Ausnahme stellt Japan dar. Nach dem Platzen der Blase Anfang der 1990er Jahre, hat der Nikkei die Höchststände von 1990 nie wieder ansatzweise erreicht (auch das ist sicherlich einen separaten Artikel wert). Aktien schwanken also sehr stark, versprechen aber eine sehr attraktive Rendite.

Renten sind festverzinsliche Wertpapiere, die meist in festgelegten Intervallen einen sogenannten Coupon zahlen und am Ende der vereinbarten Laufzeit das eingezahlte Kapital zurückerstatten. Diese Anleihen werden entweder von Staaten zur Finanzierung des Staatshaushalts, oder Firmen herausgegeben. Die jeweilige Rendite ist abhängig vom jeweiligen Risiko. So bedeutet eine höhere Rendite fast immer ein entsprechend höheres Risiko. Leider gilt der Umkehrschluss nicht. Eine kleine Rendite muss nicht zwangsläufig ein geringes Risiko bedeuten. Da (Staats)-Anleihen meist geringen Schwankungen unterliegen, werden sie häufig als Beimischung in den Risikoarmen Teil des Portfolios genutzt.

Immobilien werden ebenfalls als sichere Geldanlage betrachtet. Viele Makler bezeichnen sie sogar als Betongold. Aber auch bei Immobilien gibt es einiges zu beachten, damit es wirklich eine sichere Geldanlage ist. Dazu werde ich definitiv einmal einen separaten Artikel schreiben! Der große Vorteil von Immobilien ist, dass sie stabilen Cash-Flow abwerfen und man sie mit Kredit – also gehebelt – kaufen kann. Die meisten Privatiers, die ich kenne, nutzen Immobilien um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Mein Blogger-Kollege von http://www.finanzglueck.de hat ein paar spannende Interviews zu diesem Thema geführt: http://finanzglueck.de/vorbild-melanie-immobilien/

Cash is King! Cash ist konservativ und sicher. Man benötigt Cash um Rechnungen zu bezahlen und den Lebensunterhalt zu bestreiten. Die traditionelle Geldanlage der Deutschen ist das Sparbuch. Ich weiß noch wie ich als kleines Kind mit meinem roten Büchlein zur Sparkasse gestiefelt bin und mich wie ein Schneekönig über die eingebuchten Zinsen gefreut habe. Leider gibt es momentan sowohl auf Tagesgeld, als auch auf Sparbücher kaum noch Zinsen. Trotzdem Sollte man einen bestimmten Teil seines Vermögens als Liquidität vorhalten, denn Life Happens. Und für diese unvorhergesehenen Ereignisse braucht man ein Cash-Puffer um auch mal schwierigere Zeiten unbeschadet zu überstehen.

Rohstoffe sind die Grundlage der Wirtschaft. Sie sind extrem zyklisch. In Phasen starker Nachfrage steigen die Preise extrem. Was verstärkte Investitionen der Produzenten nach sich zieht um die starke Nachfrage zu bedienen. Das führt aber zwangsläufig zu Überkapazitäten bei nachlassender Nachfrage und die Preise fallen ins Bodenlose. Beim Ölpreis erleben wir aktuell diesen Zyklus: vor einigen Jahren kostete ein Fass Öl noch über 100$. In den USA wurde massiv in den Ausbau von alternativen Ölquellen investiert. Durch ein Abflachen der Nachfrage herrscht aktuell ein Überangebot und der Ölpreis ist auf unter 30$/Fass gefallen. Ölfirmen können nicht mehr profitable arbeiten, streichen Investitionen zusammen, was dazu führt dass die Produktionskapazität mit der Zeit abnimmt. Kommt es nun zu einer Steigerung der Nachfrage, sehen wir mittelfristig wohl wieder Preise von um die 100$…

Was ist die richtige Mischung und Gewichtung der verschiedenen Anlageformen? Auch hier ist es ein dynamischer Prozess. Denn 50.000 EUR werden anders angelegt als 1.000.000 EUR. Ein Anleger kann mit 25 Jahren anders investieren als mit 60 Jahren. Deswegen plane ich auch für meine persönliche Portfoliostruktur eine graduelle Anpassung. Ich bin noch relativ Jung, das bedeutet ich kann relativ mehr Risiko auf mich nehmen, da die kurzfristigen Schwankungen an der Börse langfristig ausgeglichen werden. Mein Ziel ist ambitioniert, das bedeutet ich kann nicht mit 1% Zinsen arbeiten. Zusätzlich erlaubt eine Diversifikation über verschiedene Assetklassen eine Reduktion des Risikos. Mein Portfolio wird zu Beginn aus Aktien, Immobilien und Cash bestehen. Die anfängliche Zielzusammensetzung sieht wie folgt aus.

3. Schritt: Gewichtung des Portfolios

Kredit finanzierte Immobilien und Aktien sollen meine Rendite treiben; etwa 10% Cash sind als Sicherheitspuffer eingeplant  

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Ich plane eine starke Gewichtung auf Aktien und habe einen beträchtlichen Anteil in Immobilien allokiert. Meine Immobilie habe ich mit etwa 20% Eigenkapital zu 1.8% Zinsen finanziert, was mir einen schönen Hebel auf meine Rendite gibt – aber dazu später mehr und ausführlich. Ich möchte klarstellen, dass die Gewichtung zu Beginn der Reise von der Zielverteilung natürlich abweicht und erst über zukünftige Kapitalströme in die untergewichteten Kategorien langsam ausbalanciert werden. In den nächsten Beiträgen diskutieren wir wie genau ich in die jeweiligen Assetklassen investiere.

Was sind eure Portfoliogewichtung und eure Gedanken dahinter? 

Teil 2: Arbeit, Geld und Geld arbeitet

Das Ziel ist definiert. Eine Million soll es werden und das am besten Pronto! Aber wie soll das funktionieren?

Es gibt vier grundlegend verschiedene Möglichkeiten wie Geld verdient werden kann:

  • Angestellter
  • Freelancer
  • Unternehmer
  • Investor

Die meisten von uns sind vermutlich, so wie ich, bei einem Arbeitgeber angestellt und bekommen als Gegenleistung für ihre Arbeitskraft jeden Monat den Lohn überwiesen. Vereinfacht gesagt tauschen wir Lebenszeit gegen Geld. Der erste große Nachteil ist, dass wir unsere Lebenszeit nur einmal gegen Geld tauschen können. Der zweite große Nachteil liegt darin begründet, dass ein Großteil der Wertschöpfung unserer Arbeit nicht bei uns, sondern beim Arbeitgeber hängen bleibt – sonst würde er uns nicht beschäftigen. Deswegen kommen auch nur die wenigsten nur durch ein festes Angestelltenverhältnis zu wirklich großem Wohlstand. Zeit ist nunmal eine kostbare und begrenzte Ressource. Der große Vorteil des Angestellten Daseins liegt in einer gefühlten Sicherheit des Arbeitsplatzes und geregelten Abläufen (wobei ich der Meinung bin, dass die Sicherheit des Arbeitsplatzes bei einem Freelancer oder Unternehmer nicht unbedingt schlechter sein muss).

Freelancer – oder Selbständige – tauschen im wesentlichen ebenfalls Lebenszeit gegen Geld. Nur verrichten sie häufig höhenwertige Aufgaben oder kommen durch kleinere Strukturen kosteneffizienter um die Runden. Vereinfacht kann man festhalten, dass das Verdienstpotential eines Freelancer im Schnitt über dem eines Angestellten liegen dürfte. Die meisten Selbständigen können ihren Tagesablauf und die verwendete Arbeitszeit relativ frei einteilen.

Die reichsten Menschen dieser Welt sind meist erfolgreiche Unternehmer. Mark Zuckerberg, Bill Gates, die Gebrüder Albrecht, um nur ein paar zu nennen. Warum das so ist, wird ziemlich schnell deutlich, wenn man folgendes einfaches Konzept betrachtet: Ein Unternehmer macht sich die Arbeitskraft von vielen anderen Menschen zu nutze. Er kauft sich ihre Arbeit durch Zahlung von Lohn und bekommt als Gegenleistung einen Anteil des erwirtschafteten Mehrwerts. Wo ein Angestellter nur auf seine eigene Arbeitskraft zurückgreifen kann, nutzt ein Unternehmer die Leistungsfähigkeit und Zeit-Ressourcen von vielen, manchmal sogar tausenden Arbeitskräften. Leider ist nicht jeder Unternehmer erfolgreich  und auch nicht jede Persönlichkeit taugt zum Unternehmer.

Eine weitere Gruppe Menschen, die auf diesem Planeten großen Reichtum auf sich konzentriert haben sind Investoren. Im Gegensatz zu Unternehmern lassen sie nicht Angestellte für sich arbeiten, sondern Geld. Man kennt ja den Spruch „Geld muss arbeiten“. Das ist durchaus wörtlich zu verstehen. Als Investor habe ich die Möglichkeit das Geld Verdienen fast gänzlich von meiner eingesetzten Zeit zu entkoppeln. Die beschränkende Ressource ist plötzlich nicht mehr Zeit sondern das zur Verfügung stehende Kapital (und dass nicht immer das eigene Kapital für einen arbeiten muss, diskutieren wir in einem späteren Beitrag). Glücklicherweise leben wir in einem Zeitalter, wo jeder Zugang zu den Kapitalmärkten hat und mit seinem Geld auch in kleineren Maßstäben als Investor aktiv sein kann.

Jetzt bin ich leider kein Zuckerberg, Gates oder Warren Buffet. Sondern ein Angestellter. Es ist relativ schnell offensichtlich, dass es viele Jahre dauern würde wenn ich die Million konservativ von meinem Lohn zusammensparen müsste. So geht es also nicht. Man muss am besten mehrere Erlösmöglichkeiten kombinieren. Das bedeutet, dass man neben seinem Full-Time Job auch als Selbständiger versuchen kann ein paar Euro dazuzuverdienen. Man kann dies z.B. durch digitale Dienstleistungen erreichen, wie etwa das Betreiben einer Website, eines Blogs, Verkauf von Dingen über das Internet etc. Um zusätzlich als Investor regelmäßig Geld anlegen zu können, brauchen wir überschüssiges Kapital was wir nicht zum Abdecken unserer Lebenshaltungskosten brauchen. Am besten monatlich. Das Geld was am Ende wirklich übrig bleibt nennt man auch Free Cash-Flow. Dieser freie Geldfluss kann investiert werden und das Geld arbeitet für uns um sich selbst zu vermehren.

Also, wenn ich mein Ziel ein Vermögen von einer Million aufzuhäufen schnell erreichen möchte, muss ich durch meinen Arbeitseinsatz dafür sorgen dass möglichst viel Geld hereinkommt und meine Ausgaben möglichst gering sind, was den Überschuss maximiert der mir für Investitionen zur Verfügung steht.

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Soweit so klar! Das weiß ja jedes Kind. Ist doch irgendwie auch intuitiv logisch. Warum verschwenden wir dann damit Zeit? Ganz einfach: es ist die Grundlage, die Basis für unseren Vermögensaufbau und den Plan. Deswegen ist es extrem wichtig dass man sich sowohl die Einnahmenseite, als auch die Ausgabenseite sehr genau ansieht. Wenn wir nicht wissen wie unsere täglichen Finanzen aussehen, können wir auch keinen langfristigen Plan zum Vermögensaufbau entwickeln. Das ist erstmal sicher mühsam, aber eine Arbeit die wir unbedingt erledigen müssen bevor wir weiter machen. Ich habe mir ein Haushaltsbuch in Excel gebastelt, wo alle, aber wirklich alle Einnahmen und Ausgaben gesammelt werden. Ihr werdet überrascht sein was man da alles für regelmäßige Ausgaben findet. Bei mir waren es zwei Reisekrankenversicherungen, die heimlich still und leise jeweils jedes Jahr ein paar Euro von meinem Konto abgebucht haben. Und ein Sportverein bei dem ich seit fünf Jahren nicht mehr aktiv bin aber trotzdem brav jedes Jahr den Mitgliedsbeitrag von 85 EUR per Lastschrift überweise. Jeder dieser Posten ist für sich genommen nicht schlimm, aber in der Summe frisst es einen beträchtlichen Teil meines Geldes auf, ohne dass ich davon irgendeinen Mehrwert habe. Vielleicht entdeckt ihr ja auch auf eurer Ausgabenseite ein paar Überraschungen. Der tägliche Coffee-to-go von Starbucks z.B. summiert sich über den Monat hinweg zu einem hübschen Sümmchen. Wir müssen uns bewusst werden welche Ausgaben wir wirklich brauchen um weiterhin unser Leben mit der gewohnten Lebensqualität führen zu können. Und welche uns nur daran hindern unsere Finanzen in den Griff zu bekommen. Das ist übrigens ein permanenter Prozess, da sich ja auch unsere Lebensumstände ändern.

2. Schritt: Analyse und Optimierung der persönlichen Einnahmen- und Ausgabensituation

Mein monatlicher Überschuss beträgt 3.000 EUR

Das Ergebnis meiner Analyse ist, dass mir jeden Monat mindestens 3.000 EUR für Investments zur Verfügung stehen. Das ist eine Menge Geld und natürlich hat nicht jeder einen so großen Überschuss. Das macht aber nichts, denn man kann auch schon mit kleinen Beträgen Anfangen und sich mit der Zeit ein beträchtliches Vermögen aufbauen.

Was ist euer Ergebnis der Analyse? Welche Überraschungen habt ihr erlebt?

Teil 1: Der Elefant

Frage: „Was ist die beste Methode um einen Elefanten zu verspeisen?“

Antwort: „In vielen dünnen Scheiben…“

Große Aufgaben in kleine Häppchen zu zerlegen ist die beste Methode um Probleme anzugehen, die auf den ersten Blick unbezwingbar erscheinen. Die folgenden Beiträge beleuchten Schritt für Schritt, wie ich vorhabe meinen finanziellen Elefanten zu vertilgen – also was  meine finanziellen Ziele sind, wie ich diese erreichen möchte und was meine Ausgangssituation ist.

Es gibt zahlreiche Anlageklassen und Anlagestrategien um Vermögen aufzubauen. Man kann sich selbst darum kümmern oder sich von Beratern unterstützen lassen. Man kann in Aktien, Immobilien, Anleihen oder Tagesgeld investieren. Nutze ich Derivate und komplexe Finanzprodukte zum Vermögensaufbau? Wie sichere ich meine Positionen ab? Was passiert wenn sich in meinem Leben etwas fundamentales ändert? Wie viel Risiko kann ich aushalten? Kurzum, es ist auf den ersten Blick ein komplexes Problem mit vielen Fragen und Variablen. Es ist zunächst mühsam sich damit auseinander zu setzen und deswegen kümmern sich viele aus meinem Bekanntenkreis gar nicht um ihre persönlichen Finanzen. Doch nur Mut – so schwer ist es gar nicht, man muss die Scheiben nur dünn genug schneiden!

Als erstes braucht man natürlich ein Ziel um einen Plan zu entwickeln dieses Ziel auch zu erreichen. Hat man sich einen Berg ausgesucht, den man besteigen möchte, stellt man fest, dass es wie immer im Leben mehrere Wege zum Gipfel gibt. Manche sind kürzer aber riskanter und steiler, manche sind gemächlicher und haben viele Serpentinen und brauchen länger für die Begehung. Welcher Weg der richtige ist um den Gipfel auch tatsächlich zu erreichen, lässt sich natürlich nicht verallgemeinern. Zu viel hängt von den individuellen Fertigkeiten, der Ausdauer und der zur Verfügung stehenden Ausrüstung sowie letztlich auch der individuellen Risikotoleranz ab. Es gibt also kein Patentrezept welches für jeden anwendbar ist. Ich zeige euch in den folgenden Zeilen und Beiträgen, wie ich den für mich richtigen Weg gefunden habe und auch welche Rückschläge ich einstecken musste.

Doch genug! Kommen wir zur Sache und schauen uns konkret an welchen Finanzgipfel ich mir ausgesucht habe und wie mein Besteigungsplan aussieht. Euer Ziel kann natürlich ganz anders aussehen. Es kann kurzfristiger angelegt sein. Es kann das Kapital für eine eigene Immobilie sein. Sprecht mit eurem Partner über eure Ziele, denn gemeinsam ist man stärker und nur wenn beide auf das gleiche Ziel hinarbeiten kann man es auch erreichen. Schreibt euer Ziel auf und haltet es fest, so dass ihr immer wieder darauf schauen könnt.

  1. Schritt: Festlegen eines Ziels

Mein Ziel ist es ein Vermögen von EUR 1.000.000 aufbauen.

Warum gerade eine Million? Warum nicht zwei oder drei oder eine halbe? Nun, das Ziel sollte erreichbar sein aber ambitioniert. Die erste Million ist bekanntlich die schwerste. Die erste Million hat Symbolcharakter. Und die erste Million sollte für mich innerhalb eines überschaubaren Zeitraums machbar sein. Wir haben also das Was? definiert, kommen wir zum Wie? und den Beginn des Weges in Teil 2.

Was sind eure finanziellen Ziele?

Meine Vermögenssache

Willkommen auf meinem Blog!

Ich bin ein Familienvater Anfang 30 und habe entschlossen meine finanzielle Zukunft in die eigenen Hände zu nehmen und in (un)-regelmäßigen Abständen darüber zu bloggen.

In den folgenden Beiträgen möchte ich meine Gedanken, Fehltritte und Erfahrungen rund um den Vermögensaufbau teilen.

Ich habe schon als Kind große Freude am Sparen gehabt. Jeder Euro den ich über Ferienjobs verdient habe und von meinen Großeltern zum Geburtstag bekommen hatte, wanderte auf ein Sparbuch. So habe ich es geschafft schon relativ früh ein kleines Vermögen aufzubauen. Mit Anfang 20 habe ich beschlossen, dass Sparbücher nicht mehr das richtige sind und im Jahr 2006 begonnen zu Investieren. So habe ich etwa EUR 20.000 in den Sand gesetzt. Als Student verdammt viel Geld! Wie das? Ich habe mir von meinem Bankberater komplexe Fondsstrukturen mit extremen Kosten und knock-out Barrieren aufschwatzen lassen. Das Ganze hat auch wunderbar funktioniert, bis im Jahr 2008 – Lehman-Brothers sei dank – die Barrieren alle nach unten durchbrochen wurden und folglich fast das ganze Geld unwiederbringlich weg war. Der Schreck über den Verlust saß tief, die Themen Börse, Aktien und Banken waren für mich erstmal erledigt. Ich habe jedes Vertrauen in die Bankberater verloren und beschlossen mir nie wieder Produkte aufschwatzen zu lassen und in Aktien zu investieren.

Die letzte Finanzkrise war für mich also so etwas wie ein Weckruf und heilsamer Schock. Zwei wichtige Lektionen habe ich durch meine fatalen Anlagefehler in 2006 gelernt (es waren leider nicht meine letzten Investment-Fehler):

  1. Selbst ist der Mann: Kümmere dich selbst um deinen Vermögensaufbau
  2. Informationsasymmetrie: Kaufe keine Produkte die du nicht verstehst

Nachdem ich mir eingestehen musste, dass der Fehler auf meiner Seite und nicht bei den Aktien zu suchen ist, habe ich begonnen mich über das Thema zu informieren und erste Erfahrungen mit Direktinvestments zu sammeln. Über diesen Weg möchte ich nun mit euch diskutieren.